Chor Unerhört

 

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2011

Jubiläumskonzert in der Comedia Colonia

Politisch und gesellig im Pünktchenkleid

Chor Unerhört entstand vor 30 Jahren aus einer Spontanaktion

   „Wenn man unter einer Brücke steht, über die ein Zug mit Fremden fährt, dann ist man unter Fremden“, bringt Chorsänger Fritz Weichbrodt seine Interpretation der Vokabel „fremd“ auf den Punkt. Er erntet ein paar Lacher und schon geht es los mit dem nächsten Lied, einer veränderten Version des Doors-Stücks „People are strange“.

     Zusammen mit den fast 40 anderen Mitgliedern des Chors „Unerhört“ ließ Weichbrodt in der Comedia in der Südstadt alte Erinnerungen aufleben: Schon seit 30 Jahren gibt es den Chor, der eigentlich gar keiner hatte werden wollen. In der Domstraße hatten sich 1981, im Spätsommer der Hausbesetzungen und Friedensbewegung, ein paar Studenten versammelt, die zum Geburtstag eines Freundes ein paar Ständchen zum Besten geben wollten. Dabei entdeckten sie eine Kombination aus Singen, Geselligkeit und in den Liedtexten steckenden politischen Aussagen, die sie fortan begeistern und begleiten sollte.

    Die spontane Aktion wurde wöchentlich wiederholt. Es schlossen sich so viele Hobbysänger an, dass der frisch aus der Taufe gehobene Chor in die „Alte Feuerwache“ umziehen musste. Entsprechend der Überzeugung, mit Botschaften aus der Reihe zu fallen, die sonst unerhört bleiben würden, gab sich der Chor den Namen „unerhört“.

   In optischer Hinsicht fällt der Chor auch noch genauso aus der Reihe wie in seinen ersten wilden Jahren: Die Sänger in den 40ern und 50ern zeigen sich mit Pünktchenkleid, Leo-Print und Blume im Haar von ihrer extravagantesten Seite.

    „Die Botschaft der Texte“ aber, so Chorleiter Eddi Kühn, „hat sich im Laufe der Jahre schon irgendwie verändert. Das Weltverbessern passt nicht mehr so zu uns.“ Doch auch, wenn politische Fragen in den Hintergrund gerückt sind: „Die Freude am Singen hält uns auch nach 30 Jahren noch zusammen“, betont Kühn. ...  Das Repertoire reicht dabei von Nina Hagen und Wolf Biermann über Georg Kreisler, Udo Lindenberg bis zu traditionellem Zulu-Gesang.

    Ein bisschen rührselig wurde es, als vor drei Jahren die erste Hochzeit unter „Chorkindern“, wie sie sich nennen, stattfand: Alice Stammen, die 2002 bei einem Unerhört-Konzert ein Kölschfass anstach, und ihr Mann Simon, der dabei ein Auge auf sie warf, kommen natürlich auch heute noch meistens zu den Konzerten ihrer singenden Mütter: „Zum Anfeuern“, wie Alice erklärt.

Mira Langel, Kölner Rundschau, 19.6.2011

Bilder vom Auftritt in der Comedia Colonia

 

 

Mira Langel, 8.7.2011

 

 

 

 

2008

Alte Schlager humorvoll entstaubt

Chöre „Unerhört“ und „Die Taktlosen“ mit „Liedern über und unter Wasser“

   „Drink doch ene met“ - in der Kölner Musikhochschule schunkelten der Kölner Chor „Unerhört“ und die „Taktlosen“ aus Berlin das Publikum in Trinklaune. Der Hintergrund war aber ernst, denn Trinken und Trinkwasser sind für viele Menschen auf der Welt immer noch keine Selbstverständlichkeit... So flossen die Einnahmen an ein Wasserprojekt in Tansania.

   Wasser plätschert, strömt, blubbert und tropft - genauso facettenreich gestalteten die Chorleiter Meinhard Ansohn und Eddi Kühn das Programm... Wasser bedeutet Energie. Diese Energie spiegelte sich in der Musik der beiden Chöre wieder. Seit 16 Jahren besteht eine enge Freundschaft zwischen den Sängern aus Köln und aus Berlin, und jedes Jahr lassen sie in Konzerten Rhein und Spree zusammenfließen.

   Mit schwungvollen irischen und schottischen Liedern erzählten die rund 80 Sängerinnen und Sänger von wilden Steilküsten, und der französische Hafenschlager „La mer“ besang die Musik des Meeres. Alte Schlager wurden hervorgekramt und entstaubt: So imitierten die Sänger bei den „Capri-Fischern“ ironisch das Mandolinenspiel, und der „Badewasser-Song“ wurde zur lasziven Einladung zum gemeinsamen Rückenschrubben. Skurril, absurd, witzig und melancholisch bereicherten Gedichte, Prosa und Sketche das Programm. Und so stritten natürlich auch die beiden Chorleiter in Bademanntel um die berühmte Quietsche-Ente.

   Unfreiwillig passend zum Thema war die Tatsache, dass das Kölsch schneller als geplant alle war, und so wurde den Zuschauern nur noch Wasser ausgeschenkt. „Für uns ist das alles selbstverständlich, aber in anderen Teilen der Welt ist Wasser ein Luxusgut“, will Eddi Kühn für einen bewussteren Umgang mit dem Lebensmittel werben.

Martha Zan, Kölner Rundschau, 6.5.2008

1994

Haben Sie schon mal im Dunkeln geküsst?

Chor Unerhört singt Nachtlieder

   Romantische Lieder, barocke Choräle, Operettenmelodien, Schlager, Jazz, Werke der Renaissance, Sprechgesang - die etwa 40 Sängerinnen und Sänger kennen keine Tabus. Auch außermusikalisch werden die verschiedensten Elemente zusammengeführt: Showeinlagen, ein bisschen Theater und Tanz, Texte bilden den Rahmen für ein manchmal lustiges, manchmal besinnliches Programm eines Chores, der immer in Bewegung ist.

   In seinem neuen Programm unternimmt Chor Unerhört eine musikalische Reise durch die Nacht. Bach und Beatles, Fanny Hensel und Cindy Lauper, Franz Lehar, Sting und viele andere geben sich ein Stelldichein mit Nachtliedern aller Art. Im nächtlichen Park trifft man Rosenverkäufer, Liebespaare, Elfen, mondsüchtige Schlafwandler - ja sogar einen Vampir. Anschließend geht es ins Maxim - und da geht es natürlich rund ...

Berg.Handelsblatt, 30.3.1994

 

 

1991

Kein bißchen an Stimme verloren

Chor „Unerhört“ feiert zehnjähriges Bestehen

   Daß sie auch nach zehn Jahren engagiertem Training kein bißchen an Stimme verloren haben, bewiesen die 49 Sänger und Sängerinnen ... „Zehn Jahre Unerhört und kein bißchen heiser“ heißt der Programmtitel. Anfangs bestand das Repertoire hauptsächlich aus politischen Liedern... Mitte der 80er Jahre wurde der Chor dann „weltlicher“, erzählt Hein Haun. Jetzt pflegt der „nicht eingetragene Gesangsverein“ mit seinem vielseitigen Repertoire das „Dilemma“, sich nicht auf eine bestimmte Musikart festlegen zu lassen. Beim Jubiläumskonzert sang man auch einen Choral von Heinrich Schütz, alte englische Volkslieder und ein französisches Trinklied der Renaissance. Die Gesänge wurden sparsam von einzelnen Instrumenten, zum Beispiel der Trommel oder Gitarre, begleitet.

   Eine witzige kleine Revue führten einige der Sängerinnen zu dem Pop-Klassiker „Lollipop“ auf, den Walter Müllem für den Chor Unerhört arrangiert hatte: Hinter einem aufgespannten Bettlaken wechselten die Damen ihr Kostüm und erschienen dann wieder wie Bonbons in bunte Tüllröcke und -schleifen verpackt. Am Ende des Songs flogen echte Lollis ins Publikum.

   Als Multi-Media-Show präsentierten die Sänger ihre „Beatles-Love-Collage“. Evergreens der legendären Pop-Gruppe waren so aneinandergereiht, daß sie eine ganze Liebesgeschichte vom ersten Tanz über erste Konflikte bis hin zum Happy-End im trauten Heim erzählen. Als Illustration wurden zu den einzelnen Stationen passende Dias gezeigt. In Zeiten, da der Chor verstärkt Liebeslieder einstudiert hat, sei auch der „Liebesquotient der Sänger sehr gestiegen - das verrät die Unerhört-Chronik, aus der beim Jubiläumskonzert zwischen den musikalischen Programmteilen gelesen wurde.

Astrid Windfuhr, Kölner Stadtanzeiger, Januar 1982

 

2012

Chor Unerhört singt über den Sommer und das Meer

   Beim Chor Unerhört muss man die Ohren spitzen, genau hinhören und auf die Feinheiten in der Sprache achten, denn Sprache und die Auswahl der Lieder und ihre Interpretation sprechen für sich. „Jetzt ist Sommer“ von den Wise Guys oder „Übers Meer“ von Rio Reiser, als zwei Beispiele, herrlich interpretiert in Tempi und Klang. Am Samstag Abend sang der Chor vor rund 150 Gästen im Joseph-Dumont Berufskolleg in der Escher Straße und hatte sich „Jazz isses“ aus Lindlar eingeladen.

   1981 hat sich der Chor gegründet, man sang politische und Friedenslieder. Über die Jahre hat man das Repertoire erweitert, stand gemeinsam mit den Bläck Fööss auf der Bühne, singt heute noch für Haiti und die Unicef und trifft sich seit Jahren mit dem Chor „Die Taktlosen“ aus Berlin. Der Chor singt aber nicht nur ganz besonders und gibt sich sehr viel Mühe mit den musikalischen Arrangements, man spielt die Lieder mit, hat eine eigene Choreographin und erzählt zwischen den Songinterpretationen kleine Geschichten. Das sind Soloauftritte aber auch klassische Zwiegespräche, immer auch ein wenig bissig und auf der Höhe der Zeit, wenn man etwa Internetdiskussionen über den Sommer verfolgt und zum Besten gibt. Biermanns „Das kann doch nicht alles gewesen sein“, „Man in the Mirror“, „Männer Tango“ oder „King of the road“ von den Wise Guys stand auf dem Programm, genau so wie „Viva la vida“ von Coldplay. Am Sonntag machten die Kölner dann einen Gegenbesuch in Lindlar.

Kölns Internetzeitung Report-k.de, Andi Goral, 04.06.2012, Köln

 

2014

Chor Unerhört rettet die Welt

 

Es gab einen sehr netten Konzertbericht

über unseren letzten Auftritt mit schönen Fotos,

den wir plötzlich unter Androhung von Geldstrafen

nicht mehr veröffentlichen durften,

 

Unerhört schade!