Interview, das Heinz Schwirten am 14.12.2003

mit dem ersten Chorleiter Uli Burger führte:

 

Herr Burger, Sie sind Begründer des Chores Unerhört. Es gibt so einige Vermutungen, Legenden um die Zeit der Entstehung dieses Chores. Ich habe mir hier notiert, vermutliches Gründungsdatum 1981, an Ihrem Geburtstag, 4.September, würden Sie das bestätigen und etwas erzählen über die Rahmen-bedingungen der Chorgründung?

 

Ja, also ob das wirklich am 4. September war, weiß  ich nicht genau, der Ort war die  Domstraße, in Köln, mit Blick auf den Kölner Dom, da fand das erste Singen statt mit sangesfreudigen Studenten aus unserem Bekanntenkreis und ich meine mich zu erinnern, dass Ehepaar Uhlig dabei war und noch andere Mitbewohner aus dem Haus in der Domstraße ... Da haben wir gesungen und sind zu dem Schluss gekommen, einen Chor zu gründen, der alternative Lieder und auch Politisches singt.

 

 

Könnten Sie noch etwas sagen zur Atmosphäre in der Domstraße?

 

Das war eine sehr spannende Zeit, das Wohnen in der WG in der Domstraße mit 3 Wohnungen im Haus und insgesamt bestimmt pro Wohnung vier, fünf Studenten. Wir waren auch eng verbunden mit dem Viertel um die Domstraße herum, dann vor allen Dingen um die Feuerwache, wo ja dann das  Bürger-zentrum entstanden ist. In dem Dunstkreis haben wir uns bewegt und es war die Zeit, in der politische Lieder gesungen wurden, AKW- Zeit...

 

Kommen wir doch nun zu einer weiteren Frage, die den Chor und die Fans schon seit Jahren

beschäftigt, der Name. Es handelt sich ja hier in der Kölner Chorgeschichte um einen höchst

ungewöhnlichen Namen, UNERHÖRT. Verschiedene Vermutungen und Legenden ranken sich um

diesen unglaublichen Namen. Vielleicht könnten Sie hier einige klärende Worte sprechen. Sagt

Ihnen der Name Vera S. noch etwas und gibt es da einen  Zusammenhang zum Chornamen ?

 

Ja, auf jeden Fall, an die Vera kann ich mich noch gut erinnern, insofern, als sie Vorschläge gemacht hat, auch für Lieder und da in irgendeiner Form aktiv beteiligt war und u.a. ja auch mit Martin H. befreundet war. Ich habe dumpf in Erinnerung, dass da irgendwas war.

 

Martin H. war ja auch ein in einer bestimmten Szene bekannter Musiker. 

 

Ja genau, aus dem Kölner Umfeld, und die Namensfindung, vielleicht passt das auch zu unserer tollen
Band, in der ich damals auch gespielt habe, mit dem Namen „Frustschutz“, was ja auch legendär ist,
dieser Name...

 

Frustschutz, vor Frust schützen...

 

Genau, vor Frust schützen, und in dem Zusammenhang ist vielleicht auch die Namensfindung für den Chor UNERHÖRT  gefallen, gerade um so etwas Gegensätzliches zu dem , was wir  eigentlich tun, nämlich zu singen und erhört werden zu wollen,  gerade genau das Gegenteil in den Namen genommen haben, aber im doppelten Sinne, unerhört, mit unerhörten Liedern, oder eben unerhört bleiben. Es scheint wirklich Vera S. an dieser Namengebung beteiligt gewesen zu sein. Es könnte gut sein, dass sie den Vorschlag gemacht hat. Es waren diverse Namen angepeilt worden, aber bei dem sind wir hängen  geblieben.

 

Und Vera S. - war das die Dame, die in die USA  gegangen ist und Fritz Pleitgen den Haushalt geführt hat ?

 

Könnte sein. 

 

Sie hatten ja schon ausgeführt, Gründungsmitglieder Marina S., Monika und Thomas U., Friedhelm F.
und weitere Personen aus ihrem näheren Umfeld. Gibt es noch irgendetwas, was Sie im Rückblick mit  dem Chor UNERHÖRT anmerken möchten ? Eventuell noch ein Wort, wie der Übergang Ihrer     Chorleitung in die Hände von Erdmann Kühn verlief?

 

Ich habe gute Erinnerungen an diese Zeit. Es war auch eine Zeit des Suchens, bei mir selber, in

dem, was ich überhaupt in der Musik machen möchte. Der Übergang ist ja dann 1985, als ich in die

Referendarzeit gegangen bin und  gar nicht mehr so recht die Zeit sah, das weiter zu machen und in

der Zeit haben wir dann gesucht, ob jemand anders das vielleicht machen möchte. Und da wusste

ich von dem Erdmann Kühn, dass der mit Musik zu tun hat und auch gerne singt und da haben wir

den einfach mal gefragt, ob er nicht Interesse hätte ...  Und dann hat der spontan Ja gesagt. 

 

Unsere Forschungen haben u.a. ergeben, dass es damals in der Domstraße eine Musikstudentin gab, Bettina  H., die arbeitete mit bei MuKuTaThe. Gibt es da einen Zusammenhang zwischen der      Übernahme der Chorleitung durch Erdmann Kühn, erfolgte das über die damalige Mitbewohnerin ?

 

Das kann gut sein, das halte ich sogar für wahrscheinlich.